Christliche Nächstenliebe ohne die AfD

In ihrem Leserbrief im "Neuen Tag" greift die Bezirksvorsitzende der AfD Claudia Marino ihren Neunkirchener Pfarrer Spießl massiv an, weil dieser ihre Partei kritisiert. Den Artikel findet ihr im Oberpfalznetz.

 

Sehr geehrte Frau Marino,

 

in Ihrem Leserbrief vom 12. Januar greifen Sie als AfD Bezirksvorsitzende ihren Pfarrer, den Neunkirchner Armin Spießl, massiv an, was uns als nordoberpfälzer Jusos keineswegs kalt lässt. Hintergrund ist sein klarer Stand zur christlichen Nächstenliebe und zur Hilfe für Menschen in Not. Ihrer Partei wirft er völlig zu Recht vor, diese Werte nicht zu teilen, zu hetzen und Angst zu schüren. Ihr Brief bestätigt seine Worte.

Geistliche in ganz Deutschland stehen im Kreuzfeuer, weil sie klar Stellung für die bitter nötige Hilfe für Menschen in Not beziehen. Sie, Frau Marino, stellen sich doch gerne als Verteidigerin des christlichen Abendlandes hin. Vom Christentum und seinen Werten scheinen Sie allerdings nicht viel zu halten. Eine solche Heuchelei schreit zum Himmel.

 

Sie sprechen von Ängsten, auch in Bezug auf Ihre Familie. Wir verstehen, dass viele diese Ängste teilen, auch weil Sie diese kräftig anfeuern. Fakt ist aber: Die sexuelle Gewalt verzeichnet auch von 2014 auf 2015 mit dem Zuzug von deutlich mehr Geflüchteten keinen Anstieg. Vielmehr kam es sogar zu einem minimalen Rückgang um 0,9% (Bundeslagebild BKA).

 

Man muss eben nicht Angst haben, als Frau abends auf die Straße zu gehen - am allerwenigsten bei uns in der nördlichen Oberpfalz. Auch das Schwimmbad bzw. die Weidener Thermenwelt, auf deren Vorfälle Sie ja ganz offensichtlich anspielen, sind nach wie vor sicher. Zweifels ohne darf man nicht über solch ekelhafte Taten hinwegsehen und das stellt unser funktionierender Rechtsstaat auch sicher.

 

Ihr Leserbrief zeigt deutlich, warum es eine klare Trennlinie zwischen der AfD und den demokratischen Parteien zu ziehen gilt. Genauso wie zwischen AfD und Christen. Wenn Geistliche wie Herr Pfarrer Spießl hier klar Stellung beziehen werden sie auch ihrer Verantwortung für ihre Kirchengemeinde gerecht. Um mit den Worten von Kardinal Marx zur AfD zu schließen: „Wo Parolen zur Feindschaft beitragen - da kann ein Christ eigentlich nicht dabei sein.“

 

für die Jusos Nordoberpfalz

 

Simon Grajer, Neunkirchen

Adrian Kuhlemann, Neustadt/WN

Michael Kick, Parkstein

Sebastian Dippold, Neustadt/WN

 

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